Das (traurige) Fest der Hilfsbereitschaft

Jedes Jahr am 11. November rasten um 11.11h alle karneva-lwütigen Menschen aus wird an den hilfsbereiten St. Martin und seinen roten Mantel erinnert.

Heute Morgen habe ich in dem Vertretungsunterricht an einer Grundschulklasse daher die Geschichte rund um den heiligen St. Martin vorgelesen und an der Quintessenz der Hilfsbereitschaft erinnert.

Am Ende der Geschichte fragte mich Kevin, was Hilfsbereitschaft sei. Ich fragte in die Runde, ob das Jemand erklären könne und daraufhin meldete sich Lisa uns stellt klar, dass wenn sie ihrem Papi nach Aufforderung Mittags um Zwei eine weitere Flasche Bier bringe, sie hilfsbereit wäre.

Das Unterrichten an einer Förderschule ist leider nicht immer nur witzig und anstrengend sondern auch beklemmend und einfach unendlich traurig. Ich wünschte, ich könnte den Kleinen helfen und ihre Welt ein Stück besser machen.

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Mein kleiner Horrorladen

Da war ich gestern so glücklich, dass es wirklich gut lief, wurde ich heute direkt wieder eines besseren Belehrt.

Heute sollte ich Vertretungsunterricht in einer Mittelstufe halten, dort sitzen dann 15 Kinder, die in ihrer sozialen und emotionalen Entwicklung beeinträchtigt sind. Früher nannte man es Verhaltensgestört, das ist heute aber nicht mehr politisch korrekt. Die Konrektorin brachte mich zur Klasse und sagte: „manchmal haben sie einen guten Tag, wenn es gar nicht funktioniert solle ich doch einfach noch mal vorbei kommen.“ Ich hatte gehofft, sie scherzt.

Die ersten beiden Stunden waren zumindest noch nicht ganz so schlimm, die Kids führten ihr Morgenritual durch und wir haben zusammen Lernwörter erarbeitet, die sie dann abschreiben sollten. Sie haben sich das Thema Tiere ausgesucht. Also haben wir 15 Tiernamen aufgeschrieben, die passenden Artikel gesucht und die Mehrzahl gebildet. Zum Teil für mich absolut erschreckend, wie die Lernvoraussetzungen der einzelnen Schüler sind. Zwei Kinder konnten nicht mal einen Satz lesen, das macht mich so traurig und wütend. Wie kann es so einem Schulsystem passieren, dass Kinder mit 14 oder 15 Jahren noch überhaupt nicht lesen können?

In der Pause muss dann irgendwas zwischen einigen Schülern meiner heutigen Klasse vorgefallen sein. Es herrschte danach eine extrem aggressive Stimmung und an Unterricht war nicht wirklich zu denken. Irgendwann wurde ich richtig wütend und auch ein wenig hilflos, da fangen zwei große, kräftige Jungs an sich über die Tische hinweg zu prügeln. Ich gehe dazwischen und bekomme beinahe selbst einen Schlag ab. Da könnte ich wirklich …..

Ich habe mir dann umgehend Unterstützung von einer benachbarten Klassenlehrerin geholt und zwei der Störenfriede dem Raum verwiesen. Es war so krass! Als Marcel dann aus heiterem Himmel anfing, die Schwester und die Eltern von Hacuza zu beschimpfen, ist die Stimmung endgültig gekippt und Hacuza hat den Klassenraum verlassen, auch auf mehrmaliges auf Marcel einreden war es ihm total egal, wie er sich verhält und ob er andere mit seinen Worten verletzt.

Nach der 4. Stunde war ich einfach so froh, dass es vorbei war, da kam dann die Konrektorin und bat mich, die Klasse auch noch in 5,6 Stunde zu betreuen, da der Kunstlehrer sich gerade krank gemeldet hat. Am liebsten wäre ich ja schreiend weggelaufen, aber ich habe ihr erzählt wie es in den vergangenen vier Stunden lief und dass ich mich so nicht in der Lage sehe, den Unterricht weiter zu führen. Letztendlich wurden 4 Schüler auf andere Klassen verteilt und die Kids haben aus den Kopiervorlagen der Mandalas Papierflieger gemalt. Nicht optimal aber immerhin haben sie den Klassenraum und sich selbst nicht auseinander genommen.

Was für ein mieser Tag, ich möchte mich am liebsten im Bett verkriechen. Natürlich habe ich auch wieder mal für einen Lacher gesorgt, da ich heute Morgen noch im Halbschlaf mein Shirt linksherum angezogen habe. Aber das war nur Thema, bis Leon angefangen hat Stühle durch die Klasse zu werfen.

Leider gibt´s nicht immer nur schöne Geschichten hier zu lesen, aber das musste ich mir jetzt mal von der Seele schreiben.

Meine Belohnung danach: Koalas & eine Bananenmilch

Meine Belohnung danach: Koalas & eine Bananenmilch

(K)ein Integrationshelfer

Nachdem mich die Schule letzte Woche schon noch 2x angerufen hat, ich da aber leider nicht konnte, klingelte heute Morgen wieder um 7:35h mein Handy. Ich sollte die 1,2 und 5,6 vertreten. Schulbeginn um 8.05. Oookay. Ich habe mich also schnell in meine Klamotten geworfen und habe ich mich auf den Weg gemacht.

Noch etwas verschlafen bin ich dann in der Klasse angekommen und wir haben Mathe gemacht, berechnen von Wohnräumen habe ich zum Glück auch schon um 8h hinbekommen.
Was mich nur noch immer ein bisschen verwirrt, ist dass andauernd Schüler gehen (auf Toilette, zur Krankengymnastik) und kommen wann sie wollen.

Und so kam es wie es kommen musste, ich habe Anlauf genommen und bin mit Köpper ins Festnäpfen gesprungen. Als der Integrationshelfer eine Stunde nach Schulbeginn gekommen ist und ich ihn ein wenig motzig gefragt habe, warum er denn zu spät gekommen sei. Dabei beginnt er immer erst um 9h. Boden mach dich auf und verschlinge mich.
Es war mir so unangenehm, ich habe einen Jungen der wahrscheinlich gerade sein Abi gemacht hat, einfach mal nicht erkannt und als Schüler gesehen. Es war nicht gerade begeistert und sagte nur: Ich bin nicht zu spät!

In der 5. und 6. Stunde in Deutsch war er nicht dabei, dort haben wir dann ein Bericht geschrieben und am Ende noch ein bisschen Galgenmännchen gespielt. Sehe ich mal über die Sache mit dem i-Helfer hinweg, lief es heute richtig gut! Es hat mir spaß gemacht, die Kinder haben mich akzeptiert und wir haben sogar inhaltliche etwas geschafft!

Hoffentlich ruft die Schule die Woche noch einmal an, denn ab nächster Woche kann ich ja keinen Vertretungsunterricht mehr halten, da ich ab dann ja erst mal 5 Wochen im Praktikum bin.

Mein erster Vertretungsunterricht an der Förderschule

Heute war ein aufregender und chaotischer Tag zugleich. Heute Morgen habe ich Psychologie geschrieben, es war ganz okay. Manche Fragen waren ziemlich fies gestellt, ich hoffe ich habe keine Flüchtigkeitsfehler gemacht ;-) Prinzipiell bin ich jetzt aber erst mal froh, dass ich ein bisschen zu Ruhe kommen kann, bevor ich ins Praktikum starte!

Alles rund um Lernstörungen

Alles rund um Lernstörungen

Noch vor der Klausur klingelte mein Handy und ich war etwas überrascht, wer mich denn um halb acht wohl anrufen würde. Schließlich war es Barbara, sie ist die stellvertretende Schulleiterin an der Schule, wo ich mich vor kurzem als U+ Kraft beworben habe. U+ soll eine Unterrichtsgarantie darstellen, somit soll in den Klassen der Unter- und Mittelstufe kein Unterricht mehr ausfallen, deshalb werden Studenten eingesetzt um eben diesen Unterricht zu vertreten. Bei dieser Schule handelt es sich um eine Förderschule, wo verhaltensauffällige und geistig- und körperlich behinderte Kinder zusammen unterrichtet werden.

Heute durfte ich Kunst vertreten, das ist generell immer recht dankbar, da die Kids meistens eine Aufgabe haben, an der sie weiter arbeiten können. Leider war das nicht der Fall. Mir wurde daher aufgetragen, dass ich mit ihnen in den Computerraum gehen soll und mit dem Programm Paint arbeiten lassen soll. Ich befürchtete ja schon, dass die Schüler mich auslachen werden, aber nachdem geklärt war, dass es keine Ausflüge auf Facebook oder andere anrüchige Seiten drin sind, waren sie dann doch zu begeistern.

Ich habe ihnen das Programm ein bisschen erklärt, sie durften ein bisschen ausprobieren und dann haben wir Bilder zu bestimmten Themen gestaltet. Erst zum Thema Gott (das haben sie sich ausgesucht), dann zum Thema Liebe/Valentinstag, zum Thema Olympia und schließlich zu der Schule selbst.

Ich würde behaupten es lief ganz okay, aber die waren immer so verdammt unruhig. Sie waren ständig auf Achse, haben sich beleidigt und jeden Moment abgepasst, in dem sie irgendwie quatsch machen konnten. Mal von den ständigen zweideutigen Kommentaren zu schweigen! Als wir wieder in den Klassenraum gegangen sind, kamen auch die Kids wieder, die zu dem Zeitpunkt in der Krankengymnastik waren und in einem Moment der Ruhe sagte Gattek zu mir, dass es lieber nicht wissen möchte, was ich gerade über die Klasse denke, da mussten wir dann alle schmunzeln. Ich habe ihnen noch einen schönen Tag gewünscht und habe sie in den wohlverdienten Feierabend entlassen.

Es war nur zwei Stunden und es waren meistens nur 6 Schüler und eine Schülerin und trotzdem war ich echt k.o., ich bewundere wirkliche alle Lehrer/innen, die an Förderschulen unterrichten! Ihr seid spitze! :-)