Erst Zivilcourage dann Koma

Einige von euch haben es heute bestimmt schon gelesen. In der Nähe von Frankfurt hat eine 22 jährige Lehramtsstudentin mitbekommen, wie zwei Mädels von drei Typen in einem Lokas belästigt wurden. Daraufhin ist sie eingeschritten und konnte Schlimmeres verhindern.

Beim Verlassen des Lokals wurde sie zunächst verbal und schließlich auch massiv körperlich verletzt. Nun liegt sie im künstlichen Koma und muss um ihr Leben kämpfen.

Ich könnte schreien vor Wut! Man zeigt Zivilcourage und macht sich für andere stark und liegt schließlich im Koma. Das macht mich so unfassbar wütend, dass ich gerade wirklich zweifle! In was für einer Gesellschaft leben wir? Muss man heutzutage Angst haben den Schädel gebrochen zu bekommen, wenn wir uns nicht alles gefallen lassen oder uns für Schwächere einsetzen?

Wenn dann noch ein Freund der Täter bei Facebook postet, dass die Medien diesen Fall als Propaganda nutzen würden und er ja schließlich „betrunken und nicht im Bewusstsein“ war und „es könnte jeder Gruppe von Jugendlichen passieren wenn eine Frau die Ehre beschmutzt“ könnte ich wirklich wirklich wirklich ausrasten.

Ich wünsche Tugce von Herzen eine zügige und vollständige Genesung.

Wir alle sollten uns trotzdem ein Beispiel an Tugce nehmen und weiterhin hinsehen! Und uns stark für diejenigen machen, die unsere Hilfe brauchen.

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Zwischen ein bisschen Freude und viel Leid

Heute habe ich nach meinem letzten Referat Anfang Mai, meine letzte Seminargestaltung gemeinsam mit meiner Besten erfolgreich über die Bühne gebracht und mich dabei noch mal intensiv mit Adorno, Horkheimer und Marcuse beschäftigt. Auf der einen Seite bin ich traurig, weil ich weiß dass es unsere letzte gemeinsame Aktion an der Uni war aber natürlich freue ich mich auch über einen weiteren Schritt in Richtung erstes Staatsexamen.

Auf den positiven Part dieses Mittags wollte ich mit meiner Besten anstoßen und die Sonne ein bisschen genießen, bis und zwei Kommilitoninnen todesbetrübt auf dem Flur der Uni entgegenkamen. Mit den Beiden hat mein Studium quasi begonnen und es waren meine ersten Kontakte an der Uni. In der Einführungsvorlesung habe ich mich einfach neben sie gesetzt und wir haben direkt ein bisschen gequatscht und uns gut verstanden. Ich habe einige Wochenendseminare gemeinsam mit ihnen gemeistert und mich durch Referate gekämpft. Seit heute ist klar, dass sie ihr Politikstudium nicht fortführen können.

In unserem Studium gibt es eine Prüfung, die man nur ein einziges Mal wiederholen darf und wenn man diese zweimal nicht besteht wird ein Antrag auf Exmatrikulation gestellt. Gestern haben die Beiden erfahren, dass es auch im zweiten Durchgang nicht gereicht hat. Statt der nötigen fünf Punkte haben sie nur vier.

Ich habe diese Prüfung zum Glück schon im vergangenen Oktober geschrieben (vielleicht erinnert sich noch Jemand an diese Phase). Ich bin wirklich so froh, dass ich diese Prüfung nicht herausgeschoben habe und direkt angetreten bin.

Trotzdem macht es mich heute einfach so traurig, dass es für die Beiden nun vorbei ist und nicht mal klar ist, ob sie überhaupt an der Uni bleiben dürfen oder ganz exmatrikuliert werden. Mit einer von Beiden wollte ich im Sommer parallel die Examensarbeit schreiben und nächstes Frühjahr das Examen überstehen. Es tut mir wirklich so leid!

Das sich die Lebensplanung so schnell ändern kann finde ich wirklich krass und ich wünsche den Beiden von Herzen, dass sich ganz schnell eine neue Tür öffnet.

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Referat des Schreckens

Zu Beginn des Semester habe ich schon einmal angedeutet, dass mir ganz unangenehmes Referat bevor steht. Zum einen war das Thema etwas langweilig und sehr theoretisch. Das weit aus größere Problem war aber mein Referatspartner.

Er ist um einiges älter als ich und in seinem Verhalten einfach unsagbar anstrengend. Wenn es nach ihm geht, gewinnt die Person mit den meisten Fremdwörtern und erwähnte ich schon, dass er während eines Gespräches gerne beginnt zu zittern? Anscheinend bin ich doch sehr angsteinflößend ;-)
Beim letzten Vorbereitenden Treffen verklickerte er mir dann ziemlich deutlich, dass er mindestens 13 Punkt erreichen möchte. Unterschwellig hieß das also: Streng dich an.

Heute war dann also der Tag an dem wir referieren mussten. Ich hatte die erste Hälfte und er die zweite Hälfte ausgearbeitet. Ich begann und es klappte wirklich gut. Ich musste kaum auf die Karteikarten schauen und fühlte mich erstaunlicher weise recht wohl. Sogar meine Kommilitonen haben nicht alle geschlafen und ein bisschen mitgedacht und mitgearbeitet. Natürlich hätte ich es bestimmt auch noch besser machen können, aber ich war fachlich und methodisch wirklich zufrieden.

Im Anschluss durfte dann Daniel übernehmen und ich bin fast vom Glauben abgefallen. Er stellt sich in die letzte Ecke und ließ mehr oder weniger seine Folien vor, natürlich gespickt mit vielen Fremdwörtern, so dass unsere Kommilitonen nicht wirklich folgen konnten. Viel mehr brache ich dazu wohl gar nicht sagen, ich war einfach nur wütend.
Ich gebe mir wirklich Mühe und er macht SO etwas. Natürlich fiel in unserer Reflexion mit dem Dozenten auch die Sprache auf die unterschiedliche Leistung bei der Art des Vortragens, aber wir bekommen ja schließlich eine Gruppennote und bla bla.

Wir haben noch ein sehr gut bekommen, was mich nach seinem Feedback wirklich wundert, aber ich ärgere mich trotzdem. Ich hätte von ihm einfach deutlich mehr erwartet, nach dem er mich ja irgendwie schon unter Druck gesetzt hat. Ich meine damit absolut nicht die Note, aber das Menschliche.

Was nun zählt ist aber, dass ich es geschafft habe und auch gut gemeistert habe. Man wächst ja schließlich mit seinen Aufgaben.

Gemeinheit.

Manche Entscheidungen an der Uni kann ich einfach nicht begreifen. Zum Beispiel haben wir bisher in einigen Seminaren 51% Anwesenheitspflicht und in anderen dürfen wir nur zweimal Fehlen. Jetzt wurde es in der letzteren Art aber noch eimal so weiter verschärft, dass wir nur noch ein einziges Mal fehlen dürfen. Beim zweiten mal fehlen muss man eine Kompensationsleistung erbringen und beim dritten Mal wird dir das Seminar nicht mehr angerechnet. Besonders ärgerlich ist es aber, wenn es sich bei solchen willkürlichen und gemeinen Entscheidungen um verbindliche Prüfungsleistungen an der Uni handelt.

In einem Didaktikmodul muss ich nach zwei Semestern eine Abschlussprüfung ablegen. Diese kann in Form von einer Hausarbeit, einer Klausur oder einer mündlichen Prüfung stattfinden. Soweit so gut.
Jedoch dürfen wir uns nicht aussuchen in welcher Form wir geprüft werden. Unfassbar, oder? Wir werden gelost!

Es wird aber noch besser, nicht nur die Art der Prüfung wird zugelost (!) sondern auch das Prüfungsthema. Das heißt ich habe mich nun zwei Semester mit einem bestimmten, vertiefenden Thema der Didaktik beschäftigt um dann in einem komplett anderen Thema und von einem fremden Dozenten geprüft zu werden.

Das finde ich einfach unfair und richtig dumm. In meinen Augen auch didaktisch komplett sinnfrei.

Ich sehe mich jetzt schon in einer mündlichen Prüfung sitzen, mit dem Dozenten der mir zu Beginn meines Studiums versichert hat, dass ich definitiv arbeitslos werde.

Möchte mir mal einer kurz den Sinn dieser Prüfung erklären?

Die Uhren-Odyssee

Zwischen den Jahren habe ich mir bei einem Juwelier meines Vertrauens eine wunderschöne Uhr ausgesucht, die mir meine Omi zu meinem Geburtstag schenken wollte. Eine Uhr ist das perfekte Geschenk gewesen, da ich für mein Praktikum gerne noch eine schöne silberne Uhr haben wollte, damit ich meinen Silberschmuck auch im Praktikum tragen kann. Bis dahin habe ich nämlich immer meine goldfarbene Casio getragen.

10 Tage nach meinem Geburtstag funktionierte die Uhr dann nicht mehr richtig. Sie ging nach und somit fuhr ich beim Juwelier vorbei und ließ die Batterie wechseln. Nach so kurzer Zeit ärgerlich, aber gut wer weiß wie lange die Uhr schon vor Ort lag und Niemand sie zu schätzen wusste.

Eine Woche später ist der gleiche Fehler erneut aufgetreten. Grr. Also wieder zu dem Juwelier und nach Hause bin ich mit der Hiobsbotschaft gegangen, dass die Uhr eingeschickt werden musste. Die Uhr war damit vier bis sechs Wochen weg.Eine Woche vor Ende des Praktikums habe ich die Uhr abgeholt und sie ganze ZWEI Tage getragen, bis sie wieder nachging und die Schüler leicht angenervt waren, dass ich sie viel zu spät in ihre verdiente Pause geschickt habe.

Ich bin dann erneut in das Geschäft und wollte eine neue Uhr bekommen oder das Geld zurück, denn es hat mir wirklich gereicht und ich war sehr enttäuscht. NATÜRLICH haben sie die Uhr nicht noch einmal gehabt und mir wurde versprochen, dass sie eine neue Uhr bestellen und ich sie dann zugeschickt bekomme, damit ich nicht zum gefühlten hundertsten mal vorbeikommen muss. Denn natürlich ist das Geschäft nicht in meinem Städtchen ansässig.

Heute – 10 Tage nach dem letzten Besuch, hatte ich die Uhr selbstverständlich nicht im Briefkasten sondern eine SMS im Posteingang, dass ich die Uhr abholen könnte. Erneutes Grr. Dann bin ich also wieder hingefahren und dann wollten mir die total arrogante Frau  mir keine neue Uhr geben, sondern das neue Uhrwerk an das alte Armband befestigen. WTF?! Ich dachte die gute Frau will mich auf den Arm nehmen. Ich wurde also deutlich denn ich war wirklich verärgert, einen Kompromiss habe ich in diesem Fall nicht eingesehen! Also entweder sie gebe mir die vorhandene neue Uhr oder ich möchte mein Geld komplett zurück und gratis dazu ein Gespräch mit der Filialleiterin. Was ist das denn bitte für ein bescheidener Kundenservice?
Daraufhin wurde sie dann ziemlich pampig, die Filialleiterin hat es von sich aus mitbekommen und kam auf uns zu. Sie verstand das Problem und mein Ärgernis und hat die Angestellte angewiesen die Uhr sofort auf meine Größe einzustellen. Zusätzlich habe ich einen Kaffee und eine Gutschrift für das nächste Wechseln der Batterie bekommen. Den ganzen Zirkus hätte man sich sparen können, wenn sie ein wenig freundlicher gewesen wäre.

Gerade sitze ich zufrieden mit meiner Uhr zu Hause und wünsche mir wirklich, dass diese Uhr nun einfach funktioniert und ich nicht ein achtes(!) Mal zu dem Juwelier 25km entfernt fahren muss.

♥

 

1/5 Gut Ding will Weile haben

Jetzt ist die erste Woche schon rum und ich bin ehrlich gesagt ziemlich enttäuscht. Ich habe diese Woche keine einzige Stunde unterrichtet. Ich sitze hinten drin und bin ziemlich oft kurz davor vor Langeweile einzuschlafen. Das hört sich jetzt vielleicht fies an, aber leider ist es Tatsache.

Ich habe diese Woche schon 4 Filme gesehen, die didaktisch überhaupt nicht aufgefangen wurden. D.h. es gab keinen Arbeitsauftrag dazu. Während dieser Zeit konnte ich die Schüler beobachten wie sie mit ihrem Handy gespielt haben, Zeitung gelesen haben, Briefchen geschrieben haben, geschlafen oder gequatscht haben. Ganz ehrlich: ich hätte es ihnen gerne gleich getan.

Gibt es heute keinen richtigen Unterricht mehr? Ich habe nur wenige Stunden gesehen, in denen die Lehrer scheinbar vorbereitet den Klassenraum betreten. Stattdessen wird ein bisschen was im Buch gelesen, eine Quelle bearbeitet oder Hausaufgaben kontrolliert und dann darüber ganze 45min diskutiert. Dabei wird so lange getrödelt, dass meine Stunden (die ganz eventuell noch mal anstehen) in immer weitere Ferne rücken. und das nervt mich total.

Gestern ist sogar ein Lehrer quasi von mir weggelaufen?! Er hat in den ganzen 90min, wovon mindestens 2/3 in Gruppenarbeiten verliefen, mich genau einmal angesprochen mit: noch fragen? WTF?! Ich habe nein gesagt weil ich auf diese arrogante Art überhaupt nicht klar komme. Pünktlich zum Schulschluss ist er dann aus dem Raum gestürzt und ich konnte ihn auf dem Gang auch nicht mehr auffinden. Sorry, aber das muss ich mir dann auch nicht geben. Wenn er nicht möchte, dass man bei ihm hospitiert, muss er das nur sagen! Machen ja genügend andere Lehrer auch.

Ein kleiner Lichtblick ist, dass ich kommenden Donnerstag eine Doppelstunde unterrichten darf. Eine Lehrerin hat sich den Arm relativ kompliziert gebrochen und wird nächste Woche in keinem Fall unterrichten. Das war also meine Chance, ich habe mich vorgeschlagen, alle waren begeistert und ich bekomme ein bisschen Praxiserfahrung. Zwar ist das nicht optimal, weil ich dann kein Feedback bekomme, aber besser als kein Unterricht. Denn der ist vorläufig noch nicht geplant.

Neben der Tatsache, dass ich nun ein langes Wochenende haben, da wir Montag und Dienstag frei haben (ALAAF) haben mich heute einige Antworten von den Sechsklässlern in der Biologiearbeit aufgeheitert, natürlich habe ich sie für euch festgehalten:

Schödl, Schedelblatte, Schedel oder Kopf - was hätten sie denn gerne?

Schödl, Schedelblatte, Schedel oder Kobf – was hätten sie denn gerne?

Highlight! Ganz eindeutig!

Highlight! Ganz eindeutig!

Pungt Pungt Komma Schtrich, fertig Mondgesicht. ;-)

Pungt Pungt Komma Schtrich, fertig Mondgesicht. ;-)

Seid mir nicht böse, dass ich so viel motze. Ich bin von meinem ersten Praktikum einfach zu verwöhnt. Dort hatte ich nette Mentoren und ich durfte mich ganz vielseitig ausprobieren und hatte überhaupt keine Probleme Hospitationsstunden zu finden. Ich schaue trotzdem optimistisch auf die kommende Woche und wünsche euch bis dahin ein tolles Wochenende!