Autogrammjagd

2004 – Man steht vor seinem großen Idol mit einem Edding in der Hand, voller Hoffnung auf ein Autogramm. Mit 13 Jahren hat man schwitzige Hände, der Herzschlag ist etwas unregelmäßig und die Stimme ist etwas brüchig.

Gleiche Symptome knapp 10 Jahre später.

Vor einem steht jedoch nicht der Sänger von den Backstreet Boys sondern ein etwas älterer, mürrischer Professor.
Man muss um sein Hochschulstudium erfolgreich abzuschließen nämlich nicht nur eine wissenschaftliche Hausarbeit schreiben, nein! Man darf sich im Frühjahr auch noch durch vier Examensprüfungen kämpfen.

Die zuständigen Prüfer in der Fachwissenschaft muss/darf man sich selbst suchen und so steht man dann nach langen abwägen der Vor- und Nachteile der Prüfungsform vor dem „kleineren Übel“ und erbittet seine Unterschrift auf dem heiligen Dokument.
Wenn man Glück hat, sich vor zwei Semester auf eine inoffizielle Liste hat schreiben lassen, er mit dem richtigen Fuß aufgestanden ist und man in der Erinnerungsmail keine Rechtschreibfehler hatte, kann man mit einer Unterschrift und einem Informationszettel rechnen.

In der Didaktik Prüfung wirst du einfach zugelost. Mit einer ernsthaften Berücksichtigung bekannter Dozenten oder behandelten Themen während des Studiums ist dabei nicht zu rechnen. Warum auch. Die Würze mündliche Prüfungen liegt doch in der Aufregung und dem Unbekannten. Nicht.

Wie ihr seht, es bleibt auch in den kommenden Monaten spannend.

8/12 – noch 28 Tage

Die Examensarbeit nimmt inzwischen wirklich Gestalt an. Heute habe ich den Hauptteil, meine eigene Schulbuchanalyse, in der ersten Fassung fertig geschrieben. Ich liege trotzt Faulenzer-Samstag noch im Zeitplan.

Für die kommende Woche stehen folgende Punkte auf meiner to do Liste:

  • Arbeit lesen und Stichpunkte für Einleitung/ Fazit machen.
  • Einleitung und Fazit schreiben.
  • Literatur bezüglich Schulbücher auf ein paar Zitate durchsuchen.
  • Kapitel 1 um einen bestimmten Punkt ergänzen.

Am meisten Respekt habe ich vor der Einleitung und dem Fazit. Jeder steckt so viel Erwartung in diese Seiten und bisher habe ich mich immer sehr schwer getan. Abwarten.

Das ganze Projekt Examensarbeit kommt mir nun nach zwei Drittel der Zeit komisch vor. Bisher läuft es viel zu glatt und prinzipiell steht meine Arbeit, dabei habe ich erst heute in vier Wochen Abgabe. Das verwirrt mich und verunsichert mich auch etwas. Mein Horror ist ja, dass mein Produziertes nur Mist ist oder der literarischen Fähigkeit einer Dreijährigen gleich kommt.
Eine einzige Sache läuft nicht so wie ich es mir gewünscht habe, meine Wunschkorrekturleserin bezüglich der Rechtschreibung hat mir heute abgesagt, ihr sei die Verantwortung zu groß. Dabei bin ich um jeden Fehler froh, der entdeckt wird. Naja, immerhin hab ich die Fehler ja gemacht und nicht sie, aber gut auch dafür werde ich eine Lösung finden.

Ich kann mich im Ganzen nicht beschweren und möchte allen Student/innen die noch ihre Examensarbeit vor sich haben ermutigen, ist wirklich halb so wild! Wenn man regelmäßig etwas dafür tut und sich für das eigene Thema interessiert kann nur wenig schief gehen – hoffe ich. 

Auch möchte ich mein Zwischenfazit erweitern:

  • Meine Wochenplanung ist inzwischen ein fester Bestandteil für den Sonntag. Diese Struktur hilft mir unheimlich gut.
  • Zum Glück habe ich so tolle Mitbewohner. Sie ertragen mich hervorragend und meine Mitbewohnerin ist sehr gut darin, mich in den richtigen Momenten zu motivieren.
  • Auch meine lieben Freunde und meine tolle Familie sind eine tolle Unterstützung, auch wenn meine Oma mich immer fragt ob ich wieder „lernen muss“, so ganz versteht sie nicht für was ich gerade so einen Aufriss betreibe <3
  • WARUM dürfen Bibliotheken einfach so umziehen und einen Teil ihres Bestandes einlagern? Geht’s noch?
  • In einer Woche habe ich mein letztes Kollogium für meine Examensarbeit, mal sehen ob ich danach immer noch so ruhig bin.
  • Die Krise blieb bisher immer noch aus, ich sag ja, irgend etwas mache ich falsch. Wahrscheinlich kommt sie, wenn ich morgen meine Arbeit mal komplett lese.
  • Ich möchte meine Dozentin gerne fragen, ob sie mich auch schriftlich prüfen kann für meine Examensprüfungen im kommenden Frühjahr.
  • Ich bin soo froh, dass ich mein Thema immer noch so gerne mag.

Habe ich schon erwähnt, dass ich auch überhaupt keine Lust habe das alles in eine ordentliche Form zu bringen? Ich brauche bestimmt zwei Tage zum konvertieren und anordnen.