Das Klassentreffen

Zu meinen Klassenkameraden zu Zeiten der 5-10 Klasse habe ich fast gar keinen Kontakt mehr, zwei Freundinnen sind mir geblieben und mit ihnen habe ich regelmäßig Kontakt. Mit einer von Beiden war ich vor fünf Wochen frühstücken, als sich die Bedienung in dem Cafe auch als ehemalige Klassenkameradin zu erkennen gab. Wir spaßten, dass ein Klassentreffen bestimmt lustig wäre und man das ja mal angehen könnte. Als sie wieder weg war habe ich nur gesagt, aber bitte erst in fünf Jahren. Wir lachten.

Am nächsten Morgen wurde ich dann in Facebook zu einer Gruppe „Klassentreffen der 5e“ eingeladen, ich dachte erst es sei ein Scherz. Aber der Schwerz wurde Ernst, denn nach sechs Jahren ohne einander sei es nun doch mal wieder Zeit für ein Wiedersehen, noch bevor ich wach wurde haben die ersten Chaoten schon wieder gemotzt und erste Debatten über das Datum begannen.Der Initiator war Jemand, zu dem wir (so dachte ich zumindest ;-) keinen Kontakt haben, ob das nun wirklich Zufall war oder ob zwischen Ihm und der Bedienung was läuft, man weiß es nicht.

Jedenfalls war es dann gestern so weit und ich habe mich nur unter der Bedingung zum Mitgehen überreden lassen, wenn besagte Frühstücksfreundin vorher mit mir Hugo trinkt. Gestern saß ich also dann auf dem Balkon, mit einem Sektglas nach dem anderen in der Hand und einer Menge Spekulationen. Wer ist wohl mit wem? Und wer wohnt wo? Und wer hat seinen Realschulabschluss vielleicht doch noch gemacht? Und wer hat sich optisch am meisten Verändert.

Die Realität war dann irgendwie echt seltsam. Gerade mal die Hälfte der Menschen gaben sich die Ehre, dafür aber unsere Klassenlehrerin (WER hat sie denn nun eingeladen? Keiner hat sich dazu bekannt). Wir haben uns alle verändert, sind mehr oder weniger erwachsen geworden. Schön zu sehen war, dass alle irgendwie ihren Weg gehen oder dies zumindest vorhaben.
Gleichzeitig bin ich aber auch einfach dankbar, dass ich meinen Weg gegangen bin und mein Ziel klar vor Augen habe und nicht vor lauter Langeweile verschwinde um zu kiffen und danach noch Auto zu fahren (was zur Hölle? Da wäre mir fast der Kragen geplatzt und mein Stempel als „Spießerin des Jahrtausend“ auf die Stirn tätowiert worden).

In fünf Jahren erhoffen wir uns noch größere Veränderungen und mehr Kinder, ich bin mal gespannt. Mit dem Ein oder Anderen Hugo würde ich mich vielleicht sogar wieder überwinden können, an einem nächsten Klassentreffen teilzunehmen.

Endspurt

Die Zeit an der Nordsee war wirklich wunderbar. Die Luft, das Watt, die Ruhe.. genau das Richtige um den Tank noch mal etwas aufzufüllen um sich jetzt dem Semesterende zu stellen.

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Semesterende bedeute in meinem Fall: Uniende. Nächste Woche habe ich meine letzten Seminare und dann war es das, zack-bum und schon sind die Drei Jahre an der Uni mit Veranstaltungen, Referaten und Hausarbeiten vorbei.
Montag schreibe ich noch meine letzte Bio Klausur und dann heißt es schnell eine Hausarbeit und ein Portfolio schreiben, um dann endlich mit den Vorbereitungen für die Examensarbeit anzufangen.

Das meine universitäre Ausbildung dann wirklich schon beendet sein wird, stimmt mich manchmal wirklich traurig. Denn um ehrlich zu sein, ich bin noch in kleinster Weise genug ausgebildet um nächstes Jahr auf Schüler losgelassen zu werden. Damit meine ich zum einen das Didaktische aber zum anderen auch das Fachliche. Ich habe in meinen Fächern viel gelernt, mir viele Gedanken gemacht und meinen Horizont einen Stück erweitert, aber es gibt noch Unmengen an Sachverhalten von denen ich nicht genug verstehe. Für mich ist es eine richtige Herausforderung, sich dies einzugestehen und sich dem Schulalltag dann doch zu stellen. Das schöne an meinem späteren Beruf ist ja, dass man niemals auslernen wird. Ich freue mich schon darauf, immer neue Aspekte kennenzulernen und mich neuen Diskussionen zu stellen.

Das Timing für die Klausur ist natürlich phänomenal: Montag Morgen um 8h. Ich schreibe dann hoffentlich als (wieder ausgenüchterte) „Weltmeisterin“ diese Klausur, hihi. Seid ihr auch optimistisch?

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