Die russischen Alpen

Heute habe ich meine ersten Unterrichtsstunden an meiner Praktikumsschule gehalten. Die Sechsklässler behandeln gerade das Thema Europa und leider ist ihre Lehrerin derzeit krank, wie lange sie noch fehlt noch dauern wird, entscheidet sich heute Mittag. Dementsprechend entscheidet sich dann auch, wie lange ich diese Klasse noch unterrichten werde.

Da die Lehrerin fehlte, musste ich also alleine in die Höhle des Löwens. Normalerweise sitzt bei den Stunden von Praktikanten immer der Fachlehrer hinten drin. Das ist gleich für zwei Dinge gut. Zum einen sind die Schüler einfach ruhiger, da sie sich beobachtet/bewertet fühlen und zum anderen bekommt man selbst auch danach ein individuelles Feedback. Beides hat mir heute etwas gefehlt, die Arbeitsmotivation der Kids und eine kleine Rückmeldung.

Natürlich haben die Schüler von Anfang an versucht ihre Grenzen und meine Nerven auszutesten. Es wurde geschwatzt, gestört, sich verweigert und viel gemotzt: sie sind Vertretungslehrerin, sie dürfen keine Hausaufgaben geben und so weiter.
Ich habe der Klasse zu Beginn meine wichtigsten Regeln klar und deutlich erklärt und auch deutlich gemach, was sie erwartet wenn sie vermehrt dagegen verstoßen. Da ich nicht selbst gegen meine eigenen Aussagen verstoßen wollte, habe ich sogar vier Schülern eine Extraaufgabe aufgedrückt. Vielleicht denkt ihr jetzt: „die übertreibt total!“, aber ich möchte von den lieben Kleinen (haha – Ironie aus) ernst genommen werden und wenn ich die Extraaufgabe 2x ankündige und dann nicht durchziehe denken sie, sie können mir auf der Nase rumtanzen.
Da es durchaus sein kann, dass ich diese Klasse bis Ende des Praktikums unterrichte, darf ich mir das aber in keinem Falle erlauben. Daher erst mal etwas strenger sein und dann nach und nach die Zügel etwas lockerer lassen. Oder was können mir die „alten Hasen“ da vielleicht für ein Tipp geben? Wäre für eine kurze Rückmeldung hier wirklich dankbar! :)

Rückblickend kann Ich sagen,  dass es dafür dass ich alleine war ganz gut funktioniert hat. Ja, es gab sogar Arbeitsphasen und sie haben mich einigermaßen respektiert. Leider haben sie meinen letzten Arbeitsauftrag so gar nicht verstanden und deswegen  müssen wir das in der nächsten Stunde noch einmal aufgreifen. Aber gut, das war wohl ein Anfängerfehler. Nicht oft genug wiederholt und die Schüler waren auch schon unruhig, da sich das Ende der Stunde genähert hat.

Natürlich gab es auch wieder Highlight Momente, wie zum Beispiel die Ausführung von einem Schüler über die russischen Alpen, wo die Eltern kürzlich Ski fahren waren. Leider konnte ich solche Momente aber heute noch wirklich genießen, da ich schon ganz schön unter Strom stand.

Ich bin gespannt wie lange die Lehrerin noch krank ist und wie dann eventuell die nächsten Stunden aussehen. Ideen habe ich jedenfalls schon ganz viele für eventuell folgende Stunden.

Ihr seht, es bleibt spannend!

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4 Gedanken zu “Die russischen Alpen

  1. Erstmal die Zügeln anziehen und hinterher eventuell locker lassen, ist immer der bessere Weg! Und ich finde es richtig und vor allem konsequent, dass du die Extraaufgaben dann auch durchgezogen hast. Konsequenz und klare Regeln – für viele Schüler neu, aber mega wichtig! Ich glaube, du bist auf einem guten Weg und wenn die Kinder dich total streng und doof finden, egal! Du bist ja ihre Lehrerin und nicht ihre beste Freundin ;-)
    LG von einem halbwegs alten Hasen :)

  2. Pingback: 2014 – ein Rückblick | Examen und so

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