Vorbei.

Die fünf Wochen Praktikum sind nun seit gut zwei Stunden vorbei und ich frage mich ganz ernsthaft, wo ist die Zeit geblieben? Es kommt mir vor, als habe ich erst vor einer Woche meine Tasche gepackt und bin in das Abenteuer Fachpraktikum gestartet und zack – ist es auch schon wieder vorbei.

Die letzten beiden Wochen waren sehr stressig. Besonders die letzten beiden Tage waren sehr emotional. Gestern ging für mich die Welt noch unter, da vier Jungs meinen kompletten Unterrichtsbesuch gesprengt haben und mich damit ganz tief mit ihrem Verhalten verletzt haben und heute hingegen war ich unheimlich glücklich, da sich die Klasse ganz lieb und herzlich von mir verabschiedet hat und mich eingeladen hat, bald mal wieder vorbei zu schauen.

Wenn ich nun zurück schaue hat mir das Praktikum eine menge gebracht. Ich habe einige Stunden selbst unterrichtet und durfte dort einige spannende Dinge ausprobieren. Aber auch durch das Zusehen bei anderen Lehrern konnte ich eine menge lernen und ich hoffe, dass ich später von diesen Erfahrungen profitieren kann.

Als ich eben die Schule verlassen habe, war ich wirklich ein bisschen traurig. Denn für die nächsten 1 1/2 Jahre rückt der von mir angestrebte Alltag erst mal wieder ein großes Stück ins Abseits. Nun heißt es erst mal noch das sechste Fachsemester über die Bühne zu bringen und dann steht das Examen an. Wenn alles gut geht und ich einen Platz bekomme, gehe ich ab nächsten November für das Referendariat an eine Schule. Das ist aber noch sooo lange. Ich hoffe, dass ich durch meine Tätigkeit als Vertretungslehrerin aber schon bald eine Schule wieder von innen sehen darf!

Denn auch wenn besonders in den letzten Tage einige Höhen aber auch Tiefen gab, so hat sich für mich mal wieder meine Berufswahl bestätigt. Das Arbeiten mit den Kindern macht mir so dermaßen Spaß, dass ich euch jetzt bestimmt einen fünf minütigen Dialog darüber schreiben könnte, warum es in meinen Augen der tollste Beruf der Welt ist. Da kann mir der größte Stinkstiefel der Welt über den Weg laufen, es wird mich nichts davon abhalten, mit großer Freude morgens in das Klassenzimmer zu kommen und gemeinsam mit den Kindern zu diskutieren, ob ein neues Skigebiet in den Alpen gebaut werden soll oder eben nicht.

So bleibt mir jetzt nur zu sagen, dass ich mich riesig auf das freue was noch kommt und euch erst mal ein wunderbares Wochenende zu wünschen!

Wenn du..

Wenn du jetzt nicht still bist, musst du eine Strafarbeit schreiben.

Wenn du deine Hausaufgaben schon wieder nicht gemacht hast, wirst du die Aufgaben Nachmittags nacharbeiten.

Wenn du jetzt nicht aufhörst mit deinem Nachbarn zu reden, setzte ich euch auseinander.

Wenn du nach der Pause schon wieder zu spät kommst, wirst du die Zeit nachsitzen.

Wenn du immer dazwischen spricht, schicke ich dich vor die Tür.

Wenn du deine Klassenkameraden weiter beleidigst, bekommst du einen blauen Brief.

Wenn du deinen Müll nicht in den Mülleimer wirfst, wirst du dem Hausmeister helfen, den Schulhof vom Müll zu befreien.

Wenn du dich nicht bald besser benimmst, kommt es zu einer Klassenkonferenz.

Wenn du im Unterricht nicht besser aufpasst, bekommst du eine schlechte Note.

Wenn du deinem Mitschüler das nächste mal den Stuhl wegziehst, bekommst du eine 5 im Sozialverhalten.

Wenn du jetzt in der Schule nicht aufpasst, bekommst du keinen vernünftigen Schulabschluss.

 

Wenn die Kids nicht irgendwann mal beginnen, sich auch nur annähernd an die gemeinsam vereinbarten Klassenregeln zu halten, werde ich wahrscheinlich verrückt oder stumm (Übernutzung der Stimmbänder ;-). Oder Beides.

Alltagsstress einer Praktikantin

Inzwischen bin ich richtig im Praktikum angekommen. Ich unterrichte jetzt momentan 6-10 Stunden in der Woche und das lastet mich auch schon ordentlich aus. Mein Tag besteht aus Schule – Essen – Besorgungen machen – Unterricht vorbereiten und dann schnell schlafen.

Ich habe heute meine Politikeinheit in der achten Klasse begonnen und es hat echt Spaß gemacht, die Kids haben mitgearbeitet und waren voll bei der Sache. Ein äußerst gutes Gefühl! Denn die sechste Klasse, die ich auch noch unterrichte, derzeit komplett am Rad dreht. Da sind die Hormone im kommen, da findet die Schule keinen Platz. Ihr versteht.

Die sechste Klasse unterrichte ich gerade in Erdkunde – ja das ist überhaupt nicht mein Fach. Politik wird aber quasi in einem Verbund mit Erdkunde und Geschichte unterrichtet und so lernen wir gerade alles über die Geographie Europas. Wir lernen auch, dass Belgien nicht im Balkan liegt und Luxemburg mehr als nur eine Stadt ist.
Die verordnete Strafarbeit haben von den vier Kindern übrigens drei nicht gemacht, oh wunder! Jetzt müssen sie (auf Ansage der Klassenlehrerin) nachsitzen. Da steigen meine Sympathiepunkte noch ins unermessliche. Auch hatten nur die Hälfte der Schüler die Hausaufgabe, ich hoffe dass es morgen dann doch einige mehr sind! Denn so arbeitet es sich einfach total schlecht. Auch wenn die Kinder das nicht einsehen wollen- die Hausaufgaben haben durchaus einen Sinn.

Ein Kompliment hat mir eine Schülerin der sechsten Klasse in der letzten Stunde ganz unbewusst gemacht:
Lara: „Frau Maiermüllerschmiiiiiidt, ich muss Sie jetzt mal was fragen!“
(ich dachte schon: oh Schreck, was wird wohl jetzt kommen) „Sind sie jetzt eigentlich schon eine richtige Lehrerin?“
Frau Maiermüllerschmidt: „Nein, noch nicht ganz.“
Lara: „Und warum verhalten sie sich dann wie eine?“

süß, nicht wahr? ;-)

Die russischen Alpen

Heute habe ich meine ersten Unterrichtsstunden an meiner Praktikumsschule gehalten. Die Sechsklässler behandeln gerade das Thema Europa und leider ist ihre Lehrerin derzeit krank, wie lange sie noch fehlt noch dauern wird, entscheidet sich heute Mittag. Dementsprechend entscheidet sich dann auch, wie lange ich diese Klasse noch unterrichten werde.

Da die Lehrerin fehlte, musste ich also alleine in die Höhle des Löwens. Normalerweise sitzt bei den Stunden von Praktikanten immer der Fachlehrer hinten drin. Das ist gleich für zwei Dinge gut. Zum einen sind die Schüler einfach ruhiger, da sie sich beobachtet/bewertet fühlen und zum anderen bekommt man selbst auch danach ein individuelles Feedback. Beides hat mir heute etwas gefehlt, die Arbeitsmotivation der Kids und eine kleine Rückmeldung.

Natürlich haben die Schüler von Anfang an versucht ihre Grenzen und meine Nerven auszutesten. Es wurde geschwatzt, gestört, sich verweigert und viel gemotzt: sie sind Vertretungslehrerin, sie dürfen keine Hausaufgaben geben und so weiter.
Ich habe der Klasse zu Beginn meine wichtigsten Regeln klar und deutlich erklärt und auch deutlich gemach, was sie erwartet wenn sie vermehrt dagegen verstoßen. Da ich nicht selbst gegen meine eigenen Aussagen verstoßen wollte, habe ich sogar vier Schülern eine Extraaufgabe aufgedrückt. Vielleicht denkt ihr jetzt: „die übertreibt total!“, aber ich möchte von den lieben Kleinen (haha – Ironie aus) ernst genommen werden und wenn ich die Extraaufgabe 2x ankündige und dann nicht durchziehe denken sie, sie können mir auf der Nase rumtanzen.
Da es durchaus sein kann, dass ich diese Klasse bis Ende des Praktikums unterrichte, darf ich mir das aber in keinem Falle erlauben. Daher erst mal etwas strenger sein und dann nach und nach die Zügel etwas lockerer lassen. Oder was können mir die „alten Hasen“ da vielleicht für ein Tipp geben? Wäre für eine kurze Rückmeldung hier wirklich dankbar! :)

Rückblickend kann Ich sagen,  dass es dafür dass ich alleine war ganz gut funktioniert hat. Ja, es gab sogar Arbeitsphasen und sie haben mich einigermaßen respektiert. Leider haben sie meinen letzten Arbeitsauftrag so gar nicht verstanden und deswegen  müssen wir das in der nächsten Stunde noch einmal aufgreifen. Aber gut, das war wohl ein Anfängerfehler. Nicht oft genug wiederholt und die Schüler waren auch schon unruhig, da sich das Ende der Stunde genähert hat.

Natürlich gab es auch wieder Highlight Momente, wie zum Beispiel die Ausführung von einem Schüler über die russischen Alpen, wo die Eltern kürzlich Ski fahren waren. Leider konnte ich solche Momente aber heute noch wirklich genießen, da ich schon ganz schön unter Strom stand.

Ich bin gespannt wie lange die Lehrerin noch krank ist und wie dann eventuell die nächsten Stunden aussehen. Ideen habe ich jedenfalls schon ganz viele für eventuell folgende Stunden.

Ihr seht, es bleibt spannend!

Verzicht – ein Selbstversuch

fastēn –  deren ursprüngliche Bedeutung: an den Geboten der Enthaltsamkeit festhalten ist, bedeutet für einen gewissen Zeitraum auf eine gewisse Art von Nahrung zu verzichten.

In der Kirche bereitet die 40 tägige Fastenzeit auf das oberste Fest vor, Ostern. Aber um die Gretchenfrage direkt zu klären, mit der Religion habe ich nur bedingt etwas am Hut. Trotzdem meine ich mich zu erinnern, das diese Zeit an die von Jesus ebenfalls fastende Zeit erinnern soll und so ist diese Zeit da, um wieder mehr Zeit für seine Religion aufzubringen, denn neben dem Verzicht steht auch das Beten im Vordergrund. Bitte korrigiert mich, wenn ich jetzt Unsinn erzähle.

Gemeinsam mit meinen beiden Mitbewohnern möchte ich 40 Tage auf jegliche Arten von Fleisch verzichten. Letztes Jahr haben wir uns das an Ostern vorgenommen und den Beschluss vor kurzem noch mal gefestigt. Auch wenn mein Mitbewohner jetzt schon mächtig Respekt hat, sind wir alle noch recht motiviert.
Generell gibt es bei uns wenn wir kochen nicht so häufig Fleisch, vielleicht zwei bis drei mal die Woche. Dann ist meistens aber Hackfleisch oder Hühnchen das höchste der Gefühle. Das liegt aber nicht daran, dass wir nicht gerne auch mal ein Schnitzel oder Mamas Sonntagsbraten essen, viel mehr daran dass wir es alle nicht gerne zubereiten.
Wurst für das Brot zum Beispiel gehört allerdings schon zum Alltag. Und für den Sonntagsbraten gibt´s ja schließlich auch noch die Mama ;-) Nun ist endlich die perfekte Gelegenheit um endlich ein paar Rezepte aus meinem vegetarischen Kochbuch auszuprobieren:

Foto-3

Ich bin wirklich mal gespannt, ob es mir sehr schwer fallen wird zu verzichten. Bis jetzt habe ich nur die Erfahrung gemacht, dass wenn man bewusst z.B. auf Schoki verzichten möchte, gerade dann besonders große Lust darauf hat. Die Psyche ist bei solchen Vorhaben keinesfalls zu unterschätzen.

Heute ist dazu übrigens auch was auf heute.de veröffentlich worden: *klick* 

Werdet ihr auch Fasten? Und wenn ja, aus welchem Grund? Erzählt mal! :-)

Wortgefecht im Aldi

Manchmal gibt’s so Momente im Alltag, die feier ich so richtig. So auch heute:

Die Geschichte spielt sich in dem Aldi meines Vertrauens ab, zum Umzug einer Freundin habe ich ein Brot, eine Packung Salz und für mich eine Brezel gekauft. Ich stelle mich an die einzig geöffnete Kasse und auf einmal kommt eine Frau von den Tiernahrungsmittel zu mir, stellt sich seitlich an die Schlange an und guckt mich skeptisch an. Als ich aufrücken möchte, tigert die Frau zwischen mich und den Herren vor mir. Sie zickt mich direkt an, dass sie ja wohl da stehen würde, ob ich das nicht sehen würde und ob ich keine Erziehung genossen hätte?!

Ich schaute etwas verwirrt. Sie stellt ihren Korb vor mich und geht zu dem Kühlregal, da sie wohl eine Butter vergessen hat. Ich frage sie dann, ob sie das denn nun in Ordnung fände. Sie schweigt. Ein Familienvater vor uns sagt, dass sie ihn auch schon angemotzt habe, weil die Kinder im Weg standen. Daraufhin frage ich ihn ironisch, warum er denn um Gottes Willen seine Kinder auch mit zum einkaufen nimmt? darauf sagt seine Frau amüsiert, dass Kinder in dieser Gesellschaft eh etwas furchtbares seien. Wir schmunzeln alle und  ich sage noch zu den etwas kritisch schauenden Kinder, das es nur ein Spaß war und sie ganz wunderbar seien. Mama und Papa bestätigen das und alle sind zufrieden. Bis auf die vordrängelnde und kinderfeindliche Frau.

Dann öffnet eine neue Kasse direkt neben mir, ich verließ gemeinsam mit der netten Familie den Aldi und die seltsame Frau steht noch an der Kasse. Tjahaaa, Karma und so ;-)